14April

Vorbildlich

Vorbildlich – das war mein Gedanke, als ich letzte Woche Silvia Glas vom Weingut Albert Glas aus Essingen beim Einsammeln des in ihrem Weinberg anfallenden Plastikmülls in der Bornheimer Gewann „Auf der Höhe“ antraf.

 

 Winzerin Silvia Glas aus Essingen beim Einsammeln des im Weinberg anfallenden Plastikmülls – hier in der Bornheimer Gewann „Auf der Höhe“

Im Weinberg fällt Plastikmüll vor allem in Form der gegen den Traubenwickler ausgehängten Pheromondispenser als auch in Form von Kunststoffschnüren an, die zum Anbinden der Rebstöcke eingesetzt werden.
Wie wichtig das konsequente Entsorgen der Plastikdispenser ist, zeigt sich an folgender Rechnung: Je Hektar werden jährlich ca. 500 Dispenser aufgehängt. Werden diese nicht ordnungsgemäß entsorgt, sind es im ersten Jahr 500 Plastikdispenser. Nach zehn Jahren sind es schon fünftausend, nach 20 Jahren zehntausend Dispenser je Hektar, die über die Zeit in umweltschädliches Mikroplastik zerfallen und die Böden belasten. Hinzu kommen die über die Zeit kumulierenden, ebenfalls in Mikroplastik zerfallenden Plastikschnüre. Da Kunststoffe in der Regel Bestandteile wie Weichmacher enthalten, die als krebserregend oder giftig gelten, ist deren konsequente Einsammlung und Entsorgung für eine gesunde Umwelt und eine langfristig einwandfreie Weinqualität unverzichtbar.
Danke an Silvia Glas, aber auch an alle anderen in der Bornheimer Gemarkung Weinberge bewirtschaftenden Winzer, die den in ihren Weinbergen anfallenden Plastikmüll sorgfältig entsorgen. So leisten sie als Winzer langfristig einen Beitrag, nicht nur die Gesundheit ihrer Böden und die Qualität ihrer Weine zu sichern. Die Vermeidung von Mikroplastikbelastung ist auch ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Umweltschutz.
Nachrichtlich: Das Weingut Albert Glas aus Essingen ist ein familiengeführtes Qualitätsweingut, das bis nach Japan und China exportiert. Im Hinblick auf die Qualitätsanforderungen des internationalen Spitzenweinmarktes soll die Grünpflege nach Information von Silvia Glas künftig ohne Herbizideinsatz erfolgen – ein weiterer Baustein, „in enger Harmonie mit der Natur“ – so die Firmenphilosophie – gesunde Spitzenweine zu produzieren.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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