19Juni

Bornheim beim Starkregen am 11. Juni gut weggekommen

„Landau schwimmt“, „Land unter in Landau“, das sind die Beschreibungen für das, was der Starkregen am 11. Juni (Montagabend) in Landau ausgelöst hat.
Auch in Bornheim gab es Starkregen, der in kurzer Zeit den Hofgraben – unseren Vorfluter – fast bis an den Grabenrand füllte. Nur noch 20 - 50 cm am Wasserspiegel fehlten, dann wäre der Hofgraben über die Ufer getreten und der Hofgraben-Fußweg zwischen den Wohngebieten Steinsteg und Krautgarten überschwemmt worden.
Ganz offensichtlich wurde bei diesem Starkregenereignis die Bedeutung der Regenrückhaltebecken und der Versickerungsmulden entlang des Hofgrabens. Diese sind über das Jahr hinweg im Grundsatz fast immer komplett trocken. Jetzt waren sie fast bis oben an den Rand hin gefüllt und nahmen relevante Wassermengen zusätzlich auf.
Es war faszinierend zu beobachten, wie gut das Abflussregime des Hofgrabens funktioniert hat. Es hat, wie es wasserwirtschaftlich zum Schutz der Unterlieger gefordert ist, zuerst das Wasser im Hofgraben, in den Sickermulden und in den Rückhaltungen gesammelt und dann – um einige Stunden zeitversetzt – systematisch abgegeben. Durch die hohe Aufnahmefähigkeit des Hofgrabensystems ist in Bornheim daher nichts passiert. Der zeitversetzte Abfluss des Hofgrabens schützt zudem die Unterlieger Zeiskam, Lustadt und Lingenfeld vor unnötig großen Wassermassen.
Auch wenn der Hofgraben über die Ufer träte, würden im Bereich der Wohnbebauung keine Straßen geflutet. Denn dann würde vorrangig das Ackergelände in der Gewanne Niederwiesen, das tiefer liegt als die Wohnbebauung, diese Wassermengen vorrangig aufnehmen. 
Wie das Entwässerungssystem des Hofgrabens aufgebaut ist, wie es funktioniert und wie der Hofgraben und die Regenrückhaltungen unterhalten und gepflegt werden, welche technischen und rechtlichen Regelungen – vom Wasserhaushaltsgesetz bis zum Naturschutzgesetz – einzuhalten sind, das erfahren Sie bei einem

Begang des Hofgrabens

am Donnerstag, 5. Juli, Treffpunkt Mörlheimer Brücke

Hierzu sind die Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Die Führung übernimmt Udo Adams von der Verbandsgemeinde. Denn als Gewässer 3. Ordnung liegt die Unterhaltung und Sicherung der wasserwirtschaftlichen Funktion des Hofgrabens nicht in der Zuständigkeit der Orts-, sondern der Verbandsgemeinde.
Innerorts gab es am 11. Juni nach der Homepage der Feuerwehr auf Grund des Starkregens vier Feuerwehreinsätze, zwei Einsätze in der Straße Am Hofgraben, einen Einsatz in der Wiesenstraße und einen Einsatz in der Straße In den Weppen. In allen vier Fällen drückte Wasser aus der Kanalisation bzw. floss Wasser von außen in den Keller. Da die Schäden gleich bemerkt wurden, wurden nicht mehr als 10 cm Wasserstand überschritten. Insoweit sind auch diese Hausbesitzer mehr oder weniger glimpflich davongekommen. Deutlich wurde die Bedeutung funktionsfähiger Rückschlagklappen sowie baulicher Maßnahmen, die Wassereintritt von außen ausschließen.
Danke an die Bornheimer Wehr, die wie immer vor Ort ist, wenn sie angefordert wird, aber auch Dank an unser Abwasserwerk, das uns auf Grund qualifizierter Bauplanung und Unterhaltung auch bei Starkregen einen voll funktionsfähigen Hofgraben bietet.
Der Dank geht auch an unsere Winzer, die durch eine fast flächendeckende Dauerbegrünung Erosion und Bodenabschwemmung in unserer Gemarkung minimieren.

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Dauerbegrünter Weinberg vermeidet am Hang Bodenabschwemmungen

Dauerbegrünte Weinberge lassen bei Starkregen mehr Wasser versickern und sie vermeiden die Bodenabschwemmungen.
Offenliegender Boden hat in der Bornheimer Weinbaufläche nur einen sehr geringen Flächenanteil

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Offenliegender Boden verschlammt, nimmt damit bei Starkregen kaum Wasser auf. Vielmehr fließt das Regenwasser ungebremst den Hang hinab und nimmt damit jede Menge wertvollen Boden mit mit der Gefahr der Wegeverschlammung. Dauerbegrünung ist daher nicht nur gut für den Naturschutz, sondern auch zur Erosionsvermeidung. Deutlich wird auch die Bedeutung dicht bewachsener Weinbergsraine. Auch diese können eine gewisse Menge Bodenschlamm aufnehmen und so die Wegeverschmutzung vermindern.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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