15Februar

Das Gnadenbild „Unserer lieben Frau von Bornheim“

Ein (unbekanntes) Kleinod

Unscheinbar, ganz unprätentiös ziert es die linke Frontseite des Kirchenschiffs der Katholischen Kirche am Saubrunnen – das Gnadenbild „Unserer lieben Frau von Bornheim“.

Entdeckt wurde das Gnadenbild, eine handgeschnitzte Holzfigur, 1963 beim Räumen des Pfarrhausspeichers. „Bornheimer Madonna mit Zepter; Mond und Engel zu Füßen; Mutter und Himmelskönigin“ wird das Gnadenbild in der Chronik benannt und einem unbekannten Meister, Gotik 16. Jahrhundert, zugeordnet. Kirchlicherseits wird sie mit dem im Jahr 1406 urkundlich erwähnten Liebfrauenaltar verbunden. Dieser galt damals als Ort der Marienverehrung in Bornheim. So wie die spätmittelalterliche Sakristei aus dem Jahr 1467 der älteste Gebäudeteil Bornheims ist, dürfte die Madonna das älteste Kunstwerk Bornheims sein.
Dass der Kirchenbauverein St. Laurentius Bornheim mit seinem Vorsitzenden Richard Cattor und der Gemeindeausschuss jetzt mit einem Schild vor der Kirche auf die tagsüber offene Kirche, auf das Gnadenbild und die frühe Marienverehrung in Bornheim schon vor mehr als 600 Jahren  hinweist und zum Besuch einlädt, dafür auch gemeindeseitig ein Dankeschön.  

Offene Kirche Madonna web

Denn hier in Ruhe und in der Stille zu verweilen, das ermöglicht, das Klein-Klein des Alltags mit seinen vielfältigen Aufgeregtheiten hinter sich zu lassen. Nur wer Wesentliches vom Unwesentlichen trennt, wer Gemeinschaft im Miteinander pflegt und wer sich hieran und an seinem Umfeld erfreut, nur der findet Gelassenheit und innere Zufriedenheit.
Ein Dorf braucht nicht nur „Action“. Es braucht auch Orte, an denen man zu sich selber finden kann. Bornheim hat diese Orte. Das Gnadenbild ist einer, die beiden Kirchen sind es, aber auch der naturnahe Friedhof, wo man auf der Bank sitzend den Verlauf der Jahreszeiten mit Werden und Vergehen der Natur erfahren kann. Es ist aber auch die Sitzbank am Neuberg sowie die am Dorfblick, wo man mit dem Blick über Bornheim in die Rheinebene bzw. zum Hardtrand in die weite Landschaft mit ihrer Vielfalt und Schönheit eintauchen kann. Diese Orte braucht es für die seelische Gesundheit. Insoweit sind diese Orte Bausteine für unser GesundDorf, nicht nur für uns Bornheimer, sondern auch für die vielen Gäste, die Bornheim besuchen.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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