02Februar

Vorbildlich

Das war die Zusammenarbeit des Architekten Gregor Hoffmann aus Edenkoben mit dem Dorfplaner bei der Planung des Neubaus Hauptstraße 46.  

Das Anwesen Hauptstraße 46 liegt mitten im Ort – direkt gegenüber dem Bäckerladen und damit in einem, was die Baukultur angeht, sensiblen Bereich. Insoweit ist es gemeindeseitig sehr wichtig, dass hier modernes Wohnen entwickelt, gleichzeitig jedoch der Erhalt des traditionellen Dorfbildes gewährleistet wird.
Was entsteht hier an der Straßenfront? Es wird ein „Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten“. Im Erdgeschoss gibt es eine behindertengerechte Wohnung (rollstuhlgerecht). Die weiteren vier Wohnungen – eine große Wohnung im Dachgeschoss und drei kleinere Wohnungen - sind barrierefrei. Damit der Bürgersteig künftig eine ausreichende Breite hat, wird das Haus etwas zurückversetzt und das Gelände für den breiteren Bürgersteig der Gemeinde geschenkt. Jede Wohnung hat zwei eingegrünte Stellplätze, die hinter dem Haus verortet und damit von der Hauptstraße aus nicht sichtbar sind. Trauf- und Firsthöhe entsprechen der Umgebungsbebauung.
Unser Dorfplaner Hans-Jürgen Wolf hat die Anforderungen an die Gebäudegestaltung auf der Grundlage der Ergebnisse der Dorfmoderation definiert. Haus-Hof-Bauweise, steiles Dach, rote Ziegeleindeckung, Glattputz, Gauben, Farbgebung aus der Erdfarbenpalette, kleinteilige Gliederung der Fenster als „Wienersprossen“, Einbindung der Balkone mit Stützen – die Umsetzung all dieser Anforderungen ist von den Bauherren Eugen Cattor und Joachim Torn der Gemeinde schriftlich zugesichert. Dies ist deswegen hervorzuheben, weil es sich hier vor allem um Gestaltungsmaßnahmen handelt, die Bauherren üblicherweise empfohlen werden, die aber baurechtlich im konkreten Fall nicht zwingend eingefordert werden können.
Insoweit nicht nur von den Bauausschussmitgliedern, die der Planung einstimmig zugestimmt haben, sondern auch von der Gemeinde ein Dank an Eugen Cattor und Joachim Torn. Ich wünsche, dass diese Form der engen Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Dorfplaner künftig die Blaupause für Neubauten, aber auch für Sanierungen im Altortsbereich sein wird. Am Objekt Hauptstraße 46 soll gezeigt werden, wie nicht erhaltenswerte Bausubstanz in Neubauten entwickelt wird, die modernes, an den Bedarfen der Bornheimerinnen und Bornheimer orientiertes Wohnen mit unserer regionalen Bautradition und dem Erhalt unseres schönen Ortsbilds verbinden.
An diesem Beispiel wird auch deutlich, wie wertvoll der Input der Bürgerinnen und Bürger in die Dorfmoderation gewesen ist. Denn auf die in der Dorfmoderation beschriebene Art der Gebäudegestaltung können wir, um mit Lukas Gieselmann und Darnell Himmighöfer zu sprechen, „Bornheim als ein schönes und modernes Dorf“ auch in Zukunft erhalten.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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