01Juni

„Wildkräuter“ – ein Projekt der LandFrauen Pfalz

Wer ist da im Dorfgemeinschaftshaus?
Es war die Neugier, die mich letzten Dienstagabend in das Dorfgemeinschaftshaus führte. Ich wollte nur sehen, wer welche Veranstaltung hat.
Ich war perplex. An der Wand eine Powerpointfolie mit einer Lobeshymne auf die Brennessel. „Schmeckt gut und ist auch noch gesund“, das war die wesentliche Botschaft von Johannes Schauer, seines Zeichens Heilpraktiker, an die Bornheimer Landfrauen. „Gut und auch noch gesund essen“ als Thema, das war für mich Anlass zu bleiben.
Das Bleiben hat sich gelohnt. Denn es gab nicht nur eine (theoretische) Einführung in die (Un)Kräuterwelt sowie die in den Unkräutern enthaltenen vielseitigen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe. Geschmacklich beeindruckt haben mich vor allem die von Hannelore Riedesel Freifrau zu Eisenbach zubereiteten Gerichte wie ihr Brennessel-Frühlings-Cocktail, ihre Brennesselsuppe mit Frischkäse, der Brennesselfladen sowie die Gänseblümchen-Quarkspeise. Wer an diesem Abend nicht bei den Landfrauen war, der hat etwas versäumt.
Mein Eindruck war: Die Bornheimer Landfrauen waren genauso begeistert wie ich. Ich bin überzeugt: Auf manchem Bornheimer Essenstisch wird es künftig Brennesseln, Löwenzahn, Gänseblümchen und manch anderes Wildkraut mehr geben und so den Speisezettel bereichern! Für mich war die Veranstaltung ein exzellenter Beitrag der LandFrauen, mit den kulinarischen Möglichkeiten der Un- bzw. Wildkräuter die Bedeutung von Natur- und Artenschutz bewusst zu machen.

Wildkruter web von Gerhard Bach, Vorsitzender der Bauern- und Winzerschaft Bornheim angelegter artenreicher Weinbergsrain (Foto: Dr. Renate Körber-Chattopadhey)

Die Veranstaltung passte insoweit hervorragend in das Engagement der Gemeinde für mehr Artenvielfalt.
Wer die Rezepte haben möchte, kann sich bei den Landfrauen die Broschüre „Natur fördern – Vielfalt erhalten Wildkräuter“ besorgen (kostenlos). Im Vorwort dieser Broschüre stellt Umweltministerin Ulrike Höfken fest, dass sich das Projekt „Wildkräuter“ der LandFrauen Pfalz nicht nur an die Landfrauen, sondern auch an die Gemeinden, an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister richtet, Zitat „Sie sollen motiviert werden, Wildkräutern Raum zu geben, zum Beispiel durch Wildkräuterbepflanzungen in öffentlichen Grünanlagen“. Eine interessante Empfehlung! Im richtigen Maß bestimmt eine gute Sache.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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