26Mai

Die Entwicklung eines Senioren- und Gesundheitszentrums im Dorfzentrum

Dass wir zunehmend älter werden, dafür sind wir dankbar.

Älter werden bedeutet in der Regel aber andere Anforderungen an das Wohnen sowie die Wohnumgebung, d.h. vor allem Barrierefreiheit.

Wir brauchen die Bezahlbarkeit des Wohnens, d.h. es benötigt vor allem kleinere Wohnungen. Zuerst sind die Kinder aus dem Haus, eventuell verstirbt ein Ehepartner frühzeitig. D.h. die Zahl der familiären Gesprächspartner nimmt ab, die Einsamkeit nimmt zu. Deshalb braucht es im Alter ein Lebensumfeld, in dem man die sozialen Kontakte pflegen und weiterhin aktiv am Leben im Dorf teilhaben kann, vor allem dann, wenn es keine Kinder gibt bzw. diese nicht am Ort wohnen. D.h. es gilt in Bornheim dort Wohnmöglichkeiten zu schaffen, „wo Leben ist, wo etwas los ist“, das wäre v.a. das Dorfzentrum. Zudem nehmen die Handicaps zu, d.h. es gibt einen zunehmenden Betreuungs- und Unterstützungsbedarf. Beginnend mit der Nachbarschaftshilfe, direkt oder organisiert über den Diakonieverein und die mobilen Pflegedienste kann dies in Bornheim so abgedeckt werden, dass man auch als Älterer solange wie möglich in der eigenen Wohnung selbständig und selbstbestimmt leben kann. Es bedarf einer guten Infrastruktur, das ist die Nähe zu Kirche und Friedhof, das ist der Bäckerladen, das sind die Gaststätten und das Café als soziale Treffpunkte. Es sind die Angebote der Vereine etc., um etwas zu unternehmen und viele weitere Anforderungen mehr.
Viele dieser Anforderungen sind in Bornheim gegeben. Was jedoch in nicht ausreichendem Maß vorhanden ist und manche zwingt, im Alter Bornheim zu verlassen, das sind die fehlenden barrierefreien seniorengerechten Wohnungen und für diejenigen, die das Glück haben, noch in der Familie sein zu können, die Option zur Wahrnehmung einer Tagesbetreuung im Ort, wo man morgens kommt und abends zur Familie zurückgeht. Ohne solche Optionen kommen auch Familien oder Partner schnell an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.
Es gibt viele verschiedene Modelle, wie solche Konzepte für ein Senioren- und Gesundheitszentrum aussehen können. Was für Bornheim das richtige Konzept ist, damit wird sich der jetzt nach der Kommunalwahl neue Gemeindevorstand und der neue Gemeinderat intensiv auseinandersetzen müssen.
Der scheidende Gemeinderat hat auf Antrag der SPD-Fraktion noch vor Ablauf der derzeitigen Wahlperiode die Weichen hierfür gestellt. In einem Grundsatzbeschluss hat der Rat die Feststellung getroffen, dass Bornheim im „Dorfzentrum“ dringend kleinere, barrierefreie Wohnungen in Form eines Senioren- und Gesundheitszentrums benötigt und dies räumlich mit dem Angebot einer Tagesbetreuungsmöglichkeit verbunden sein soll.
In der Ratssitzung am 29. April wurde die Örtlichkeit festgelegt, wo dies möglichst realisiert werden soll, und zwar an der Hauptstraße zwischen Kindergarten (Norden) und Sportplatz (Süden). Man hätte dann die Bushaltestelle „vor der Haustür“, man könnte einen Fußweg vom Kindergarten zum Sportplatz und zum Dorfgemeinschaftshaus schaffen. Die Infrastruktureinrichtungen Sportplatz, Bouleplatz, Dorfgemeinschaftshaus, Gaststätte Lehrer Lämpel, Bäckerladen, Inge´s Café, Friseur, Kirchen und Friedhof wären fußläufig erreichbar.
Für die Grundstücke Hauptstr. 66, Fl.Nr. 127/2 und 126/2 mit insgesamt 2.060 m2 wurde mit den Eigentümern am 23. Mai eine Kaufvereinbarung unterzeichnet, die noch notariell zu beurkunden ist. Für die Fl.Nrn. 126, 124/1 und 124/2 mit weiteren 1.800 m2 sind noch Gespräche zu führen, ob hieraus weitere Flächen gemeindeseitig gekauft werden können.
Um diese Flächen bauleitplanerisch zu sichern, hat der Gemeinderat beschlossen, diesen Bereich in einem noch zu erstellenden vorhabenbezogenen Bebauungsplan als Sonderbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung „Senioren, Gesundheit, Mehrgenerationen und neuer dörflicher Mittelpunkt“ auszuweisen und hierfür die Erarbeitung eines gesetzlichen gemeindlichen Vorkaufsrechts auf Basis einer Vorkaufsrechtssatzung beauftragt.
Ich wäre dankbar, wenn es in bemessener Zeit gelänge, die weiteren Flächen, die für ein optimales Projekt notwendig sind, gemeindeseitig zu erwerben, damit dann möglichst schnell in die Planungs- und Realisierungsphase eines „Senioren- und Gesundheitszentrums Bornheim“ eingestiegen werden kann.
Danke an die SPD-Fraktion, dass sie mit ihrem Antrag im Gemeinderat das Projekt angestoßen hat, und ein Dank an alle Ratsmitglieder, dass sie sich einstimmig für den Grundsatzbeschluss sowie die Umsetzungsschritte Grundstückskauf und bauleitplanerische Sicherung des Grundstücksbereichs ausgesprochen haben.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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